Die Europawahl am 26.05.2019 hat in Deutschland das Kuriosum eines Kandidatenrekords erzeugt: Ins Europaparlament mit seinen 751 Sitzen können 96 deutsche Abgeordnete einziehen, doch dafür gibt es 1.380 Bewerber – über 14 pro Sitz und damit so viel wie noch nie.

Wer wird gewählt, wer wählt?

Das Europaparlament – weltweit einziges direkt gewähltes supranationales Parlament – wird aus den folgenden acht Fraktionen gebildet:

  • EVP
  • EKR
  • S&D
  • Grüne/EFA
  • ALDE
  • GUE/NGL
  • EFDD
  • ENF

Daneben gibt es auch fraktionslose Abgeordnete. Die vertretenen Fraktionen setzen sich aus politisch ähnlich orientierten europäischen Parteien wie den Konservativen und Christdemokraten (EVP), Sozialdemokraten (S&D), Liberalen und Zentristen (ALDE), Grünen (Grüne/EFA), Linken/Kommunisten (GUE/NGL), aber auch Rechtsextremen und -populisten (ENF) oder konservativen Europaskeptikern (EKR, EFDD, Letztere mit rechtspopulistischem Anstrich) zusammen. 

Der Frauenanteil im EU-Parlament beträgt derzeit 34,7 % und liegt damit etwas höher als der im deutschen Bundestag (31,3 %). In Deutschland können 64,8 Millionen Wahlberechtigte an der Wahl teilnehmen. Von ihnen stammen 3,9 Millionen BürgerInnen aus anderen EU-Staaten, die grundsätzlich deutsche oder aus ihrem Herkunftsland stammende Abgeordnete wählen können. Dasselbe gilt natürlich für Deutsche im EU-Ausland. EU-weit gibt es 400 Millionen potenzielle WählerInnen.

Wie wählen die Deutschen?

Für die Plätze in einer der EU-Parlamentsfraktionen bewerben sich insgesamt 41 deutsche Parteien oder politische Vereinigungen. Von diesen sind 39 in allen deutschen Bundesländern vertreten. Da die CSU nur in Bayern, die CDU in den übrigen Bundesländern antritt, enthält jeder deutsche Stimmzettel 40 Wahlvorschläge. 

Es gibt bei dieser Europawahl eine deutsche und eine europäische Besonderheit: In Deutschland dürfen laut BVG-Urteil vom 15.04.2019 an der Wahl auch Behinderte in Vollbetreuung teilnehmen. Die europäische Besonderheit betrifft den Brexit. Er wurde zwar auf den 31.10.2019 verschoben, doch es steht den Briten frei, doch früher (vor der Europawahl) aus der EU auszutreten. Dann würden die Stimmen für ihre Abgeordneten den übrigen Europäern zugeschlagen, was die Zahl der deutschen Sitze und die Chancen für deutsche Kandidaten minimal erhöhen würde.

About Redaktion

Unsere Redaktion veröffentlicht regelmäßig Beiträge über verschiedenste Themenbereiche wie Beauty, Fashion, Finanzen, Reisen, Technik und Karriere sowie vieles mehr ... Haben Sie auch ein spannendes Thema, worüber Sie gerne einen Artikel schreiben würden? - Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf!

Bild / Quelle:

  • (Beitragsbild: europawahl-deutschland-politik): © NakNakNak / Pixabay.com